Digitale Fachkompetenz in den Kommunen Mangelware? Nicht in der Wasserwirtschaft!

Wenn über die fehlende bzw. langsame Umsetzung der Digitalisierung in deutschen Verwaltungen geschrieben wird, fällt sehr oft das Argument der fehlenden digitalen Fachkompetenz bei den Mitarbeiten (z.B. http://politik-digital.de/news/digitalisierung-der-verwaltung-ohne-den-menschen-gehts-nicht-146356/). Es ist angesichts der Zunahme an mobilen Geräten, herunter geladenenen Apps oder des Onlinehandels allerdings kaum vorstellbar, dass ausgerechnet die Menschen in den kommunalen Verwaltungen weniger über die Digitalisierung wissen oder damit umgehen können als der Rest der Bevölkerung. Gleiches gilt für viel zitierten Widerstände der Mitarbeiter bei Innovationen oder Changeprozessen in Kommunen, die als Grund herhalten müssen, wenn moderne Prozesse in Verwaltungen nicht so umgesetzt werden, wie es angeblich sein könnte. Werden eingeführte Sofwarelösungen nicht konsequent genutzt, ist es der User, der lieber bei seinem alten papiergeführten Verwaltungsakt bleibt als sich der (unvermeidlichen) Modernisierung zu stellen. Aber vielleicht ist ja die Nutzerfreundlichkeit nicht optimal gelöst?

In der kommunalen Wasserwirtschaft wie auch in anderen technisch geprägten Infrastrukturbereichen verfügen die verantwortlichen Mitarbeiter über weitaus mehr Digitalisierungskompetenz als der Schnitt der Gesellschaft. Der tägliche Umgang mit softwargestützten Systemen, Prozessdaten, technischen Plänen, sensorbasierten und automatischen Prozessen sowie webbasierten und mobilen Betriebsführungslösungen schärft das Bewussstein über die Vorteile der Digitalisierung, verdeutlich aber auch deren Grenzen und Machbarkeit. Es ist vielmehr anzunehmen, das diejenigen, die über eine echte Digitalkompetenz ihrer Arbeitsbereiche verfügen, nicht an der richtigen Stelle im Zuge der digitalen Transformation gefragt und aktiv eingesetzt werden oder ihr Fortbildungs- und Schulungswillen nicht wahrgenommen wird. Sie sind die richtigen Partner für Anbieter digitaler Lösungen. Wo Wissen fehlt, sollten Schulungen angeboten werden, um auch die Vorteile der Digitalisierung bzw. die Möglichkeiten der Vernetzung für zukünftige Invesitionensentscheidungen zu nutzen.

Vielleicht sind sie zu leise, und melden sich nicht, wenn sie gebraucht werden. Das sollte sich ändern.

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